Grow

Jeder Growroom ist anders

Von: Soft Secrets, March 4, 2017

Grower kennen einander und tauschen sich aus. Jeder hat gute Tipps für den anderen. Viele haben schon so einige dieser Tipps angenommen und waren hinterher enttäuscht. Luftige Airpots können im feuchten Kellerraum gewiss sehr gut für das Pflanzenwachstum sein. Im trockenen und zu warmen Südseiten growroom mit sehr hoher Verdunstung sind sie es vielleicht nicht. Oder es muss für die Airpots genau wie für andere Töpfe oder Topfsysteme der richtige Boden gewählt werden?

Der heiße Tipp funktioniert also nur in der richtigen Konstellation und kann ansonsten sehr kontraproduktiv sein. Bei einem flüchtigen Austausch wird einem so einiges gesagt, man sollte jedoch auch ein wenig selber darüber nachdenken, ob das alles auch für die eigene Situation Sinn macht. Deswegen geht es hier um ganz verschiedene Situationen für Growräume und deren typische Charaktereigenschaften. Diese müssen nicht für jeden Keller oder jede Dachwohnung gelten. Es sind jedoch Tendenzen, die solche Growräume häufig aufweisen.

Growroom 2

Keller

Keller haben den enormen Vorteil, dass sie im Sommer kühler sind und man zudem einfacher kühle Luft ansaugen kann. Diese ist im Keller bereits vorhanden oder kann von einer durch Bäume beschatteten Hausseite angesogen werden. Aber auch im Winter haben Kellerräume den Vorteil, dass sie sich wenigstens leichter als ungedämmte Dachstühle beheizen lassen. Auf dem Dach schmelzender Schnee hat schon einige „Räumungen“ nach sich gezogen.

Kellerräume haben also den Vorteil, dass sie im Sommer leichter während der Beleuchtung auf Temperaturen von 22 bis 26 °C eingepegelt werden können. Man kann mit den warmen NDL-Lampen die Wärme erzeugen und mit der Ablüftung passend ablüften. Im Winter müsste jedoch geheizt werden. Da die Ablüftung ständig ein wenig laufen soll, wäre ein Katalytofen für Innenräume mit Thermostatsteuerung geeignet. Hier müssen jedoch regelmäßig die Gasflaschen gewechselt werden. Die Anschlüsse sollen indoor nicht nur mit der Hand, sondern mit einer Zange fest angezogen werden, um dann zu prüfen, ob der Druck auf der Leitung bleibt. Bei der Verbrennung wird auch Wasser entstehen. Wenn genug geheizt wird, entsteht so viel Wärme, dass stärker gelüftet werden kann, womit die Feuchtigkeit rausgetragen wird. Wenn nicht genug gelüftet wird, stellt sich im Kellerraum leider schnell ein Schimmelproblem ein.

Im Kellerraum wird man eher mit luftigen Töpfen und lockeren Böden arbeiten und muss dennoch nicht viel gießen. Ein Nachteil wäre jedoch, dass die Luft sozusagen ebenerdig nach draußen ausgestoßen wird. Hier wird man genau wie bei Erdgeschossräumen eher das Brummen hören, wenn der Lüfter nicht wirklich leise ist. Wenn die Hausseite nicht ruhig und abgeschirmt liegt, könnte ein brummender Lüfter, der vielleicht auch irgendwann etwas Geruch durchlässt, sehr ärgerlich sein.

Dachboden

Selbst bei einem isolierten Dachstuhl wird der Anbauraum unter dem Dach im Sommer eher zur starken Überhitzung und im Winter möglicherweise schneller zur Unterkühlung neigen. Für den Sommer wären gute LEDs die beste Wahl, für den Winter NDL-Systeme. Es kann allerdings auch einfach im Winter mit dem bereits beschriebenen Katalytofen geheizt werden.

Unter dem Dachstuhl finden sich zudem die Dachschrägen, wenn es keine Flachdachbauten sind. Diese Schrägen schlucken viel Raum. Im Sommer sollte in den Töpfen mit mehr Verdunstung als im Winter gerechnet werden, womit man vielleicht im Winter andere Töpfe und andere Erde benutzen sollte.

Je nach Situation kann es schwierig werden, im Sommer kühle Frischluft anzusaugen. Es wären natürlich die Nordseiten oder beschatteten Seiten zu wählen. Dafür werden leichte Lüftergeräusche oder minimale Gerüche beim Ablüften weniger schwerwiegend stören.

Growroom 1

Nordseite der Wohnung

Die Nordseitenwohnung ist sozusagen der Hauptgewinn. Die Luftfeuchtigkeit wäre weniger als in Kellerräumen ein Problem. Dennoch können stabilere Temperaturen als unter dem Dach erreicht werden. Es kann kühle Luft angesogen werden, um im Sommer mit der Temperatur gut fertigzuwerden. Auch hier können LEDs verwendet werden, wenn es im Growraum doch zu warm wird. Möglicherweise kann zum Teil mit LEDs und zum Teil mit NDL-Lampen sogar noch besser gearbeitet werden, damit eine gewisse Temperatur erreicht, aber nicht überschritten wird. Wenn die Wohnung nicht im Erdgeschoss liegt, sollte die Ablüftung außerhalb des Hauses kein Problem darstellen.

Südseite der Wohnung

Die Südseite eines Gebäudes neigt im Sommer zur Überhitzung mit starker Verdunstung. Luftige Töpfe mit leichter Erde werden schnell trockenstehen. Dieses Hitzeproblem wäre weniger schlimm als unter dem Dach. Dennoch ist es ein Problem. Hier wären zumindest für den Sommer LEDs zu bevorzugen, die Beleuchtung könnte auch auf die Nachtstunden gelegt werden. Es kann einen sehr großen Unterschied machen, wenn wenigstens die Frischluft von der Nordseite angezogen wird. Für den Winter wäre der Unterschied von der Nordseite zur Südseite nicht groß.

Maschinenhalle

Es muss nicht direkt eine Maschinenhalle sein, es gibt so einige Hallen, die in Industriegebieten, auf Höfen oder an anderen Orten angemietet und genutzt werden können. Wegen der offenen Räume und hohen Decken sind diese Maschinenhallen im Sommer meistens sehr kühl. Im Winter kann es jedoch kalt werden, die ganze Halle zu heizen, wäre aufwändig. Es ist jedoch ein Leichtes, ein paar Rigipswände oder sogar eine Rigipsdecke zu ziehen, wenn man handwerklich geschickt ist. Es muss nicht einmal Rigips sein, OSB-Platten würden auch gehen. Wieder kann die Luft von einer kühlen Seite angesogen werden, es lässt sich mit Gas heizen und auch die Wahl zwischen LED und NDL-Lampen kann einen Unterschied ausmachen. Ist die Halle groß genug, kann man sogar noch Dieseltanks für Stromgeneratoren aufbauen, um vom Stromnetz unabhängig zu sein.

Sollte die Maschinenhalle im Sommer doch zur Überhitzung neigen, könnte es helfen, wenn man zur Südseite schnellwachsende Pflanzen setzt oder auf andere Weise für eine erklärbare Beschattung sorgt.

Growroom 3

Alte Stallung mit Ablüftern

Wer kennt nicht die Schweineställe, die einige Ablüfter auf dem Dach haben? Diese modernen Ablüfter saugen die Luft an und blasen sie wieder raus. Für den Growraum wären diese jedoch nicht einfach verwendbar, da man keinen Aktivkohlefilter dazwischenhängen kann. Der Wind wird die Luft tragen und damit auch den Geruch.

Dennoch eignen sich solche und auch andere Stallungen. Die Stalllüfter ziehen viel Strom, weswegen man die gefilterte Ablüftung besser direkt rausleiten kann. Schon können Kohlefilter integriert werden.

Alte Stallungen sind meist kühle Gebäude, die im Sommer nur deswegen überhitzen, weil die Tiere viel Abwärme erzeugen. Wäre der Stall nicht kühl, könnte immer noch versucht werden, zur Südseite eine Beschattung einzurichten.

Offene Scheune

Nicht nur auf Höfen finden sich einfache Überdachungen, die teils nicht einmal winddichte Wände und sogar eine offene Seite haben. Die offene Seite kann man allerdings immer noch zum Teil verkleiden, um unter dieser Überdachung eine Growbox aufzubauen. Solange diese lichtdicht ist, wird das Licht nicht durch eine zugige Bretterwand scheinen. Viele dieser offenen Scheunen sind jedoch wegen Wellblech oder anderer Billigbauplatten wind- und auch lichtdicht.

Wer diese Growkammer auch im Winter betreiben möchte, sollte die Kammerwände direkt dämmen und für die Klimatisierung noch einen Vorraum einbinden. Solange die Baustoffe nicht wetterfest sein müssen und keine schweren Lasten tragen sollen, kann mit geringem Aufwand in solch einer offenen Scheune einfach eine ganze Growbox aufgebaut werden. Wer nicht im Winter anbaut, sollte selbst mit modularen Growzelten weiterkommen.

Solch offene Scheunen werden im Sommer kühl bleiben, aber im Winter nicht zum Schimmeln neigen. Für die Growkammer muss jedoch geheizt werden, damit mehr gelüftet wird, womit die Luftfeuchtigkeit der Pflanzung weggeblasen wird. Man sollte sich natürlich sehr sicher sein, dass keine Unbefugten in die Nähe dieser offenen Scheune kommen, der Lüfter mit dem Kohlefilter den Geruch neutralisiert und im Winter der Schnee auf dem Dach liegenbleibt.

Growroom 4

Bauwagen oder Container

Es gibt Leute, die in Bauwagen leben. Es gibt zudem auch Container oder Eisenbahnwaggons, die als Wohnung genutzt werden. Warum sollte man nicht einfach auch unter diesen Gegebenheiten Marijuana anbauen können? Die Wände isolieren wenigstens etwas, der Raum ist jedoch klein, und es muss nicht viel geheizt werden. Wer ein großes Grundstück hat, kann sich zudem aussuchen, ob er den Container in die pralle Sonne oder in den Schatten eines Baums stellt. Es gibt auch Personen, die einfach den Container ebenerdig einlassen, um diesen zu verstecken. Dabei darf von den Seiten und vor allem von oben nicht zu viel Druck auf den Container kommen, weswegen man ihn besser nur ebenerdig einlassen sollte.

In all diesen Situationen und vielleicht auch in Blockhütten für den Garten kann man von einer Schattenstelle zulüften. Wenn die Temperatur im Winter nicht genügt, kann dazugeheizt werden. Dabei ist natürlich sehr darauf zu achten, dass man auf beengtem Raum mit dem Heizgerät nicht alles abfackelt. Im Winter wären die wärmeren Natriumdampflampen vielleicht auch eine gute Wahl. Es wird immer geeignete Gebrauchtobjekte geben, die man sich „als Stilmittel“ oder Abstellfläche für den Garten anliefern lassen kann.

Alte Bunkeranlage

Kaum einer wird über eine alte Bunkeranlage verfügen, die nicht auch von anderen betreten werden könnte. Man könnte sich allerdings auch eine „eigene Bunkeranlage“ errichten. Wer im Garten baggert und Fundamente gießt, fällt natürlich auf. Für den Messebau oder andere Situationen gibt es jedoch Miethallen, die als Schnell- und Leichtbaumodelle aufgebaut werden können. Es gibt auch große Zelte, die nicht nur zum Feiern, sondern auch als Zwischenlager Verwendung finden. In diesen hat man Platz und Ruhe für einen kleinen Bagger und zum Arbeiten. Man darf natürlich nicht bis an die Seiten der Halle baggern, sondern muss bedenken, dass vielleicht die Seitenwände nachrutschen. Es könnte auch ein tiefer Pool angelegt werden. Später wird einfach ein Flachdach darübergezogen, um dieses zu begrünen. Ebenerdig abschließende Fahrsilos für Futtermais wären vielleicht auch eine Möglichkeit.

In jedem Fall hätte man hinterher einen Raum, der ebenerdig abschließt und auf dem Dach begrünt werden kann. Eine richtige Bunkeranlage würde sogar noch unter der Erde liegen.

In allen drei Situationen wäre im Sommer mit kühlem Klima im Inneren zu rechnen. Im Winter müsste man allerdings zuheizen und wegen der Luftfeuchtigkeit viel lüften. Wer seinen Bunker noch baut, sollte sich vorab sehr gründlich über die richtige Vorgehensweise Gedanken machen. Wer wirklich einen alten Bunker hat, sollte sich vergewissern, dass dieser nicht einsturzgefährdet ist und für das Projekt überhaupt taugt.

Wintergarten oder Glashaus

Der Anbau im Wintergarten oder Glashaus kann in gewissen Situationen hohe Stromrechnungen vermeiden. In beiden Situationen sollen die Pflanzen nach Osten und Süden Sonne kriegen. Wer Kunstlicht einsetzt, muss für die Pflanzen so starkes Licht verwenden, dass dies sogar auf weite Entfernungen auffällig wäre.

Im Wintergarten oder Glashaus können die Temperaturen oder die Luftfeuchtigkeit durch Heizen und Lüften etwas angeglichen werden, um gute Bedingungen für die Pflanzen zu schaffen. Es wären mit Autoflowerinsorten zwei bis drei und ansonsten eine Ernte im Jahr möglich. Der Gärtner sollte seine Pflanzen jedoch nicht im Mehrparteienhaus oder zur Straße in den Wintergarten stellen, wo viele sie sehen und auch riechen können.

Im Garten

Wer im Garten ein paar gute Stellen mit Sonne, gutem Boden und genügend Wasser hat, kann seinen Hanf ins Freiland setzen und wird im Herbst Hanfbüsche haben. Vorausgesetzt wären Strains, die für Outdooranbau taugen und möglichst bis Ende September fertig werden.

Selbst wenn die Pflanzen versteckt stehen, wird man sie ab der Blüte riechen können. Das bedeutet, dass der Garten nicht an öffentliche Wege oder an Nachbargrundstücke mit den falschen Leuten grenzen darf. Auch die richtigen Leute empfangen mal den falschen Besuch.

Abschließend

Das wären jetzt einige der typischen und untypischen Möglichkeiten, um sein Marijuana anzubauen. Die Liste ist natürlich unvollständig, außerdem kann der Keller in dem einen Gebäude doch ganz anders als im anderen sein. Wer weiß, wie er einen Raum bewerten muss, der kann sich bereits vorab ausmalen, ob er den Raum überhaupt nutzen wird und wie er in diesem vorgehen kann. Viele Räume taugen fast gar nicht. Oft genug kann mit der richtigen Vorgehensweise im jeweiligen Raum auch gutes Marijuana gezogen werden.

Text: Robert B.

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