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Know to Grow: Grau- und Braunschimmel bekämpfen

Von: Markus, December 5, 2018

Know to Grow: Grau- und Braunschimmel abwehren

Grauschimmel (Botrytis cinerea) ist nahezu überall verbreitet und kann an allen möglichen Pflanzen großen Schaden anrichten. Er ist ein Pilz, der in kühleren Klimaten vorkommt, und an Gewächshaus- und Gartenpflanzen zutage tritt. Eine Infektion mit Botrytis macht sich zuerst in durchweichten, braun gewordenen Regionen an der Pflanze bemerkbar – egal, welche Pflanzengewebe betroffen sind. Schließlich macht sich rasch ein silbrig-grauer, flaumiger Belag auf der Pflanze breit, der aus Tausenden von beerenähnlichen Sporen besteht. Diese Sporen wirbeln auf, wenn die Pflanze berührt oder gar bewegt wird. Blätter und Blüten verfärben sich gelb und drohen unter der Schimmelschicht zu ersticken. Bei hoher Luftfeuchtigkeit neigen die Blätter dazu, eine braune und schleimige Substanz aus dem zerstörten Pflanzengewebe abzusondern.

Grauschimmel befällt vor allem zartes Gewebe von Blüten, Knospen und Sämlingen, aber er kann ebenso gut über Schnittwunden und älteres geschwächtes Gewebe die ganze Pflanze betreffen. Die betroffenen Pflanzenteile sind von der entsprechenden Botrytis-Art abhängig. Stellen, die nur wenig Licht abbekommen, sind in aller Regel zuerst betroffen. Über Sporen breitet sich die Erkrankung dann rasch auf der gesamten Pflanze aus. Grauschimmel betrifft viele Herbstblüher und zerstört deren feuchte Blüten, die die Feuchtigkeit von Tau, Regen oder der Bewässerung halten.

Generell bewirkt Botrytis eine Fäulnis von Blüten, Blättern und Sämlingen. Knospen verrotten. Stengel werden von Krebsgeschwüren befallen. Stengel und Krone faulen. Schließlich resultiert Stengelfäule. Grauschimmel ist eine Erkrankung, die von der Umwelt abhängt. Solange die Feuchtigkeit 50 Prozent nicht überschreitet, zeigt sich der Schimmel nicht. Der Pilz kann nur auf feuchten Pflanzen und bei Temperaturen von 13 bis 21 Grad Celsius keimen. Das kann auch bei trockenem Wetter passieren, beispielweise, wenn Tau auf den Pflanzen liegt. Ist der Pilz erst einmal gewuchert, toleriert er große Feuchtigkeits- und Temperaturschwankungen, aber hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt das Wachstum des Pilzes. Wird die Feuchtigkeit gedrosselt, verlangsamt sich das Wachstum des Pilzes oder stoppt ganz. Grauschimmel betrifft das Pflanzengewebe, lässt die Zellen kollabieren und das Gewebe faulen. Manche Botrytis-Arten bringen Sklerotien hervor – das Überwinterungsstadium des Pilzes. Im späten Sommer sind möglicherweise die winzigen schwarzen Pilzstrukturen auf den befallenen Pflanzen sichtbar.

Wie die meisten Pilze, findet auch der Grauschimmel über (Schnitt-) Wunden oder von Insekten beschädigte Pflanzenteile seinen Zugang zu einem Gewächs. Deshalb ist es wichtig, die Schneidwerkzeuge zwischen den einzelnen Arbeitsgängen gründlich zu reinigen. Schnitte und Läsionen gehören zum Leben einer Pflanze dazu. Deshalb sind letztlich alle Gewächse von der Krankheit bedroht, wenn die Bedingungen einen Pilzwuchs begünstigen. Die Sporen werden hauptsächlich von Wind, Regen und anderen befallenen Pflanzen transportiert. Zudem befinden sich die Sporen überall in der Luft und können auch über unsere Kleidung und über Haustiere in unsere Wohnungen gelangen.

Prävention
– Vermeide pilzfreundliche Bedingungen und halte im Zimmer und im Gewächshaus die Luftfeuchtigkeit unter 50 Prozent und die Temperatur über 21 Grad Celsius.
– Sorge für eine adäquate Luftzirkulation bei Indoor- und Gewächshauspflanzungen.
– Pflanze Gewächse nicht zu dicht beieinander, damit Feuchtigkeit und Temperatur möglichst optimal kontrolliert werden können.
– Entferne und vernichte tote, sterbende oder befallene Pflanzenteile.
– Vermeide indoors und draußen eine Überwässerung, besonders wenn die sonstigen Umweltbedingungen einen Pilzbefall ohnehin begünstigen.
– Vermeide beim Wässern, Wasser auf die Blätter zu spritzen. Wässere knapp über dem Substrat und früh am Tag, damit das überschüssige Gießwasser verdunsten kann.
– Benutze für Zimmerpflanzen keimarme Töpfe und Pflanzmedien.

Bediene dich jeder Möglichkeit, die Erkrankung zu bekämpfen, wenn deine Pflanzen befallen werden. Alle genannten Fungizide können auch angewandt werden, wenn deine Gewächse bereits befallen sind. Die erwähnten Mittel werden aber möglicherweise vom Regen abgespült. Wiederhole also die Maßnahmen nach jedem Sturm und Regenguss.

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