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Die Pharma und das Cannabis

Von: Markus, September 14, 2017

Pharma ignoriert Cannabis – wieso eigentlich?

Obwohl Cannabis nachweislich eine der Heilpflanzen mit dem breitesten therapeutischen Potenzial ist, wird vonseiten der Pharma kaum bis gar nicht an der Pflanze geforscht. Das Ganze hat natürlich einen Grund: Pflanzen lassen sich nicht von einer einzelnen Firma patentieren – und bringen einem Unternehmen deshalb nicht die maximalen Profite. Das ist aber für die Pharma-Industrie das Allerwichtigste. Der Schweizer TV-Sender SRF hat im April 2017 einen Bericht zu genau diesem Thema veröffentlicht.

Dort wird natürlich über die Situation in der Schweiz gesprochen – immerhin hat es in den kleinen Land etwa 100.000 Patienten, die sich illegal mit Cannabis therapieren, weil die Hürden für eine offizielle Behandlung so hoch sind. Die Zahl geht von Markus Jann aus, der Chef der Sektion Drogen beim Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) ist.

Nach Jann ist die mangelnde Motivation der Pharma-Industrie nicht nur auf das Patentrecht beschränkt, sondern begründet sich auch darin, dass mit der Etablierung von wirksamen Cannabis-Arzneien andere Mittel nicht mehr benötigt werden. Und das ist nicht Ziel der Medikamentenhersteller. Das Horrorszenario für diese sieht wie folgt aus: Ein Cannabismedikament ist hilfreichen gegen Schmerzen, Bewegungsstörungen, Übelkeit und Depressionen – und verdrängt damit die für all diese Symptome und Leiden bereits existierenden Pharmaka.

Wir sehen also, dass es bei der Einführung neuer Arzneimittel in der Tat nicht um den Patienten geht (hatte das übrigens jemand vorher geglaubt?), sondern nur um die schnelle Geldmacherei. Wir können auch künftig davon ausgehen, dass der Hanf als Pflanze so schnell nicht in medikamentöser Form auf den Markt kommt. Die bereits erhältlichen Produkte bringen den Pharma-Firmen auch nicht gerade besonders viel ein, sind doch die meisten arzneimittelrechtlich gar nicht zugelassen. Mancher wird sagen, dass Dronabinol, Sativex und Co. deshalb wohl so teuer seien, weil die Pharma davon nicht viel umsetzt. Aber auch das scheint eher zweifelhaft, denn auch gerade viel frequentierte Medikamente sind häufig deutlich teurer als jene, die nur selten über den Tresen der Apotheker gehen. Es ist schlichtweg ein schmutziges Geschäft mit dem Leid der Menschen.

Lest den Artikel des SRF im Internet auf https://m.srf.ch/sendungen/dok/fuerchtet-sich-die-pharmaindustrie-vor-dem-erfolg-von-cannabis

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