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Was will die Hanfpartei wirklich?

Von: Soft Secrets, February 28, 2019

„Die wahren Sozialdemokraten“ mit Hanf als trojanischem Pferd

Text: Robert B.

Die Gründung einer Hanfpartei, mit der Cannabis möglichst schnell legalisiert werden soll, ist als Idee nicht neu. Es gab vermutlich schon vor Jahrzehnten Diskussionen um eine Parteigründung. Das waren Zeiten, als keine Partei sich glaubwürdig für dieses Thema aus dem Fenster lehnte. Diese Zeiten sind spätestens mit den Piraten oder inzwischen auch mit den Linken, den Grünen und der FDP Vergangenheit.

Was will die Hanfpartei wirklich?

Nun haben wir unsere frisch gegründete „Hanfpartei – die wahren Sozialdemokraten“. In Brüssel oder auch deutschen Parlamenten möchte man schon 2019 einige Posten besetzen. Dabei lautet doch eines der selbsterklärten Ziele, unsere Berufspolitiker durch Bürgerparlamente zu ersetzen. Für jede Entscheidung werden per Los 1000 Bürger gewählt und dann vermutlich mit gezielten Informationen gefüttert. Diese Bürger entscheiden frisch geimpft über das politische Geschehen unserer Nation. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Ein Videomitschnitt der Gründungsveranstaltung machte nicht wirklich den Eindruck, dass die Initiatoren dieser Hanfpartei wirklich Ahnung von Hanf haben. Einige erklären selber, frisch in der Materie zu sein. Dazukommende Gründungsmitglieder wollen teils komplett andere Themengebiete abdecken.

Sicherlich ist eine politische Einthemen-Partei weniger glaubwürdig, als wenn zu verschiedenen Punkten wenigstens die Grundausrichtung definiert wird. Die „Hanfpartei“ macht es umgekehrt: Eigentlich alle anderen Themen werden bis ins Detail dargebracht, um gelegentlich zu bekunden, dass unbedingt auch der Hanf mit all seinem Nutzen endlich legalisiert werden muss.

Anscheinend ist der Motor dieser Bewegung der Buchautor Jörg Gastmann, der nach eigenen Angaben ab 2003 ein eigenes wirtschaftliches und politisches System ausgearbeitet hat, welches sich inzwischen economy4mankind nennt. Das Buch aus dem Jahr 2006 heißt „Die Geldlawine“. Im Jahr 2007 wurde die „Strategiepartei“ gegründet. Diese ging 2009 in die „Deutsche Demokratische Partei“ über. Jörg Gastmann war hier bis 2011 Bundesvorsitzender. Jörg Gastmann versuchte anschließend parteilos mit angeblich 50 Mitstreitern das „Bandbreitenmodell“, heute „economy4mankind“, an die Gesellschaft heranzutragen.

Kernpunkte von „e4m“ sind der Ersatz des heutigen Steuersystems durch eine einzige Umsatzsteuer, die wiederum zur Bildung von Arbeitsplätzen und der Finanzierung des bedingungslosen Grundeinkommens führt. Damit keine korrupten Politiker es zunichtemachen, wird das heutige politische System abgeschafft.

Alles hört sich ganz leicht, simpel und umsetzbar an. In dem neuen System wird der Wohlstand wachsen, Zuwanderer würden Deutschland überrennen. Diese müssen jedoch kompatibel und wirtschaftlich tragbar sein und dürfen nur einwandern, wenn ein anderer Einwohner auswandert.
Beim Asyl wäre es so, dass berechtigte Asylanten bleiben dürfen, alle anderen müssten gehen. Es sei zudem nicht ökologisch, wenn so viele Menschen mit unserem Lebensstandard leben.
Damit es aber allen Menschen gut geht, müsse man Entwicklungshilfe leisten. Das nicht nur zur Sicherung der einfachen Bedürfnisse. Es wäre mit Medien darauf hinzuwirken, dass Menschen anderer Kulturen zu aufgeschlossenen und kinderarmen Menschen geformt werden. Es bliebe nicht aus, dass man Regierungen stürzen muss, um dann die dortige Bevölkerung umzuerziehen.

Was will die Hanfpartei wirklich?

Soweit das schlüsselfertige Konzept zu einem neuartigen „Weltregierungs-System“ von Jörg Gastmann und seiner Getreuen, die jedoch bei näherer Google-Auswertung bislang eine extrem geringe Resonanz erhielten. Über das e4m wurde „Hanf“ darüber geschmiert, um eine „dumme Basis“ ansprechen zu können. Mit uns „Hanf-Verblödeten“ möchte man die kritische Masse überwinden und wahrgenommen werden. Ob economy4mankind die wirklichen Beweggründe dieser Initiatoren sind, kann nur vermutet werden. Hanf ist allerhöchstens das „trojanische Pferd“ dieser Hanfpartei, die sich als basisdemokratische Mitmachpartei sieht. Wer nicht mitmacht, der kann gehen, so sind einige Gegangene zu verstehen.

Die „Hanfpartei, die wahren Sozialdemokraten“ braucht nur die dumme Basis, die möglicherweise auf dem Wahlzettel zum ersten Mal „Hanfpartei“ liest und ihr Kreuz macht, oder sich geblendet in dieses Parteigeflecht von Jörg Gastmann, Roland Kahl, Hajo Selzer und Co. einbinden lässt. Sollte wirklich einmal die kritische Masse erreicht sein, wird die Einstellung der „Hanfpartei“ zum Hanf vielleicht doch eine ganz andere sein?

Hier noch einige „Hanfpartei“-Ausschnitte zur Einwanderungspolitik:

„Keine Partei ist so unrassistisch wie die Hanfpartei.“

„Die Zuwanderer müssen kompatibel mit den Einwohnern des Ziellands sein, weil sonst kein innerer Frieden möglich ist.“

„Asyl? Selbstverständlich. Aber der Grund muss stimmen.“

„Hinzu kommt, dass die größtenteils gering gebildeten Zuwanderer (gelinde gesagt) unterdurchschnittliche Einkünfte erzielen“

„Georgien, ein Land mit einem verachtenswerten männlichen Teil der Bevölkerung“

„Wer eine friedliche Gesellschaft will, muss über das Bildungssystem und die Medien aller Länder die Religionen und das Patriarchat entmachten.“

„Regierungen wie in Georgien stürzen.“

Und zu guter Letzt die Frage, was das mit Hanf zu tun hat:

„Es ist also nicht im Entferntesten mehrheitsfähig und damit tot.“

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