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Österreichischer Arzt ist neuer Anti-Cannabis-Papst

Von: Markus, March 28, 2017

Er kämpft gegen Cannabis

Der deutschssprachige Raum hat einen neuen Anti-Cannabis-Papst: Der Suchtmediziner Dr. Kurosch Yazdi, Arzt in der Landesnervenklinik in Linz, gibt zum 1. April (ein interessantes Datum!) sein Buch “Die Cannabis-Lüge” heraus und feuert medienwirksam gegen alle, die in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten Cannabis als Medizin erfolgreich erforschten und für den Gebrauch in der Therapie etablierten.

Dabei schreckt Yazdi auch nicht davor zurück, mit albernen Boulevardblättern wie der Bunten zu sprechen und dort seine auf Fehlinformationen, Unwissenheit und Ignoranz basierenden Hasstirade loszuwerden. Wir schauen uns einige Beispiele in Zitatform an und kommentieren das Gesagte.

Kurosch Yazdi behauptet auf die Frage, ob freigegebene Drogen nicht ihren Reiz verlieren, folgendermaßen:

“Die Erfahrung zeigt: Wenn Drogen immer verfügbar sind, werden sie auch häufiger konsumiert. Ich halte diese Entwicklung für höchst gefährlich. Cannabis ist kein harmloses Kraut mehr, sondern eine aggressive Droge, die süchtig machen kann.”

Woher auch immer der Mann diesen Unsinn hat. Die von ihm zitierte Erfahrung zeigt nämlich – z. B. in Holland, Portugal und jüngst in den USA – dass dem genau nicht der Fall ist. Die Aussage des Mediziners Yazdi ist schlichtweg dreist gelogen.

Ein weiteres Beispiel: Kurosch Yazdi behauptet: “Ein Joint von heute ist mit den Joints der 70er Jahre überhaupt nicht mehr zu vergleichen. Damals lag der Gehalt am rauschbewirkenden THC (Tetrahydrocannabinol) in Marihuana gerade mal bei 1 bis 2 Prozent, heute liegt er bei 15 bis 20 Prozent.”

Auch das entspricht nicht der Wirklichkeit. Zwar gibt es heutzutage Züchtungen, die eine höhere Cannabinoidkonzentration aufweisen als Sorten, die es früher mal gegeben hat. Gerade was die THC-Gehalte der Cannabispflanzen angeht, ist ein Zuwachs an Potenz zu verzeichnen. Dass aber in den Siebzigern Marijuana und Haschisch gerade mal 1 bis 2 Prozent THC enthalten hätten, ist vollkommen aus der Luft gegriffen. Solche Cannabisprodukte würden kaum wirksam sein, das weiß jeder, der mal versucht hat, Faserhanfblüten zu rauchen. Richtige Kiffer hätten sich bei solch schwachen Erzeugnissen niemals entwickelt – jeder hätte die Substanz als witzlos empfunden.

Woher auch immer der Doktor aus Österreich seine Informationen hat und wieso auch immer er Cannabis pauschal verteufelt und sogar ein entsprechendes Buch dazu verfasst hat, bleibt ein Geheimnis. Es riecht jedenfalls nach einem Gefälligkeitsdienst für Cannabisgegner und das kapitalistische Gesundheitssystem. Niemand käme auf die Idee, Kindern und Jugendlichen Cannabis als Freizeitspaß zu erlauben. Immerhin nehmen die jungen Menschen auch keine anderen Pharmaka einfach zum Spaß ein. Das therapeutische Potenzial des Hanfs aber schlichtweg zu negieren, ist auch keine Lösung, sondern radikaler Fundamentalismus. Und der hat die Menschheit noch niemals weitergebracht.

Wir halten fest: Das Buch “Die Cannabis-Lüge”, das folgerichtig als schlechter Aprilscherz auf den Markt eingeführt wird, braucht aus unseren Reihen kein Mensch. Wir werden es dennoch in eurer Soft Secrets besprechen, wenn es denn die Buchläden erst kontaminiert hat.

Bis dahin lest den unsäglichen Schwachsinn der Bunten auf http://www.bunte.de/tipps-tricks/mamaglueck/warum-cannabis-so-gefaehrlich-ist-so-schuetzt-ihr-eure-kinder-vor-drogen.html

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